Pastor em. Uwe Jacobsen (1930 - 2016)

Pastor em. Uwe Jacobsen (1930 - 2016)

„Er war ja manchmal sehr streng zu uns Konfirmanden, aber ein toller Pastor“, Ausspruch eines ehemaligen  Konfirmanden, der jetzt bald das Rentenalter erreicht.

Dieser Spruch sagt viel über Pastor Uwe Jacobsen aus. Geboren am 14.09.1930 in Lunden kam er 1959 von seiner ersten Predigtstelle in Flintbek nach Russee. Am 9.August wurde er feierlich in sein Amt eingeführt.

Viele praktische Aufgaben warteten auf ihn. Weder in Hammer noch in Russee gab es funktionsfähige Orgeln. Das Glockengeläut brauchte dringen eine Erneuerung.

Aber nicht nur die Bauaufgaben (Gemeindehaus, Backhaus in Russee) waren ein Schwerpunkt seiner Arbeit. Auch inhaltlich hatt er viel bewegt. Die Kinderkirche wurde ausgebaut, hauptamtliche Kräfte hierfür eingestellt. Mit dem Umbau des Backhauses entstand eine rege Jugendarbeit, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Im Backhaus ist Platz für Jung und – gelegentlich – auch für Alt. Den Grundstein für die Jugendarbeit in Russee, aber auch insbesondere in Hammer, legte Pastor Jacobsen. Die Frauenhilfen in Russee und Hammer waren sehr rege in ihren Zusammenkünften. Alles fand in enger Zusammenarbeit mit Pastor Jacobsen statt.

Mit 14 Jahren gelang es ihm, einer Berufung für „den Endsieg“ zu entkommen. Es war sicher nicht Drückebergerei, dieses Wort war ihm fremd. Sein Einsatz galt in all den Jahren der Friedensarbeit. Es war ihm sehr wichtig, das Gedenken an das Arbeitserziehungslager Nordmark wachzuhalten und darauf hinzuweisen, dass es eine ureigene Aufgabe der Stadt Kiel und keine Russeer  ist, die Stätte zu pflegen. Unvergessen ist ein Weihnachtsgottesdienst in dem er für den Frieden in der Welt bat und den Krieg in Vietnam verurteilte.

 Manche seiner Ideen waren für die Russeer und Hammeraner wohl etwas zu „modern“, zu sehr der damaligen  Zeit voraus. So blieben tiefe Konflikte nicht aus.

 Nach 18 jähriger Amtszeit verließ er Russee. Am 24. Juli 1977 wurde er verabschiedet.

 Er war ein Mensch mit Ecken und Kannten, aber immer gradlinig und ehrlich. Nicht vergessen sollte an dieser Stelle auch seine Fröhlichkeit, sein herzhaftes Lachen. Kurz und gut :

 „Er war ja manchmal sehr streng (zu uns Konfirmanden) aber ein toller Pastor“.