Nachbarn zu Besuch

Am Vortag des 4. Advent besuchten 5 Flüchtlinge aus dem „Rendsburger Hof“ in Russee ihre „Nachbarn“ in der Claus-Harms-Gemeinde zu einer gemütlichen Kaffee-/Teerunde. Erste Kontakte ergaben sich beim Adventsbasar in Russee am 29.11.15 zu dem auch ein ehemaliger Asylbewerber und Bewohner des „Rendsburger Hofes“, Fadi Shalhoub, mit eingeladen hatte. Er half damals als Übersetzer. Spontan kam die Idee auf, eine solche Gesprächsrunde zu wiederholen, denn der Gesprächsbedarf auf beiden Seiten war hoch.

So kamen Regine, Rami, Elias Khalaf, Muhannad und Wasim., die aus dem Irak und aus Syrien geflohen waren, auf Einladung von Constanze Grützner und nach Abstimmung mit dem Christlichen Verein, der den „Rendsburger Hof“ betreut, mit acht Hasseldieksdammer Gemeindemitgliedern (im Bild von rechts Klaus Stenner, Julia Hölzel, Dietlinde Dorau, Constanze Grützner, Sabine Frickie-Nissen und Udo Schultz; nicht im Bild Gisela Höhne-Stenner und Iris Weisflog) und Familie Jöhnk aus Russee im Clubraum der St.Gabriel-Kirche zusammen und berichteten in schon recht gutem Deutsch (nach nur sieben Monaten Aufenthalt in Deutschland), welche Berufe sie in ihrem Heimatland ausgeübt hatten, sie erzählten von ihren Familien, freuten sich, dass sie Aufenthaltsgenehmigungen erhalten hatten und hofften auf die baldige sichere Ankunft der schwangeren Ehefrau eines Teilnehmers, die noch in Syrien lebt.
 
Wer noch keine Wohnung hat, hofft natürlich, dass sich bald ein Vermieter findet, der sie aufnimmt, und wer eine Wohnung bekommen hat, muss nun sehen, wie er eine notdürftige Einrichtung beschafft. Dank der guten Verflechtung in der Flüchtlingshilfe einiger Gemeindeglieder und der Hilfsbereitschaft der Anwesenden konnten bereits einige Wünsche erfüllt oder zumindest in die Wege geleitet werden.
 
Winfried Jöhnk berichtete über das sehr erfolgreiche Benefizkonzert in der St. Gabriel-Kirche, das durch die Initiative von Russee zustande kam. Von den Erlösen wird auch der „Rendsburger Hof“ profitieren. Auch wurde der Wunsch geäußert, Medikamente für kranke Familienmitglieder in die Heimat zu schicken. Außerdem wären Begleitpersonen für Arzt- und Behördenbesuche sehr hilfreich. Die nicht verheirateten jungen Männer würden sehr gerne in einer deutschen Familie oder von einer Einzelperson aufgenommen werden, wo sie die deutsche Sprache lernen und üben können. Das ist ja die wichtigste Voraussetzung, um hier Arbeit zu finden. Ein ähnliches System funktioniert ja schon sehr gut, wenn ältere Menschen „Wohnen gegen Hilfe“ für Studenten anbieten. Vielleicht findet sich ja jemand in unserer Gemeinde, der sich so etwas vorstellen kann. Constanze Grützner stellt gern den Kontakt her.
 
Mit  solchen Gesprächsrunden im Gemeindehaus kann den Menschen, die wahrlich viel durchgemacht haben, ein wenig „Zuhause“ geboten werden bei Menschen, die ihnen zuhören und zu helfen versuchen. Das Engagement von Mitgliedern der Gemeinde soll eine kirchliche Ergänzung zu bestehenden Strukturen bieten, um persönliche Kontakte zu ermöglichen und christliche Nächstenliebe konkret werden zu lassen.
 
Es wäre schön, wenn weitere interessierte Gemeindemitglieder dazu stoßen würden. Bei Fragen und/oder Interesse freut sich Constanze Grützner auf Ihren Anruf unter Tel. 0431 – 52 55  77.
Udo Schultz